Dominikus Hertel

Wer ist Dominikus Hertel?

Am 18. November 1896 kam er als Lehrer nach Boos und verweilte hier bis zur Berufung zum Bezirksschulrate in Memmingen. Geboren am 4. September 1867 im Schulhause zu Dattenhausen (Dillingen), absolvierte er 1887 das Lehrerseminar in Lauingen. Er war Hilfslehrer in Pleß und wurde auf Präsentation des Fürsten Fugger am 1. Mail 1896 Lehrer in Reinhartshausen (Augsburg) und ab 1. November 1896 in Boos. Er wirkte hier mit größtem Fleiße und Lehrgeschicke zum Wohle der Kinder und der Gemeinde, arbeitete auch sehr tätig auf dem Kirchenchore und von 1902 bis 1922 als Lehrer in der Lehrsennerei in Boos. Durch seine hervorragenden Lehrereigenschaften erwarb er sich das Vertrauen der vorgesetzten Schulbehörden und der Lehrer des Bezirkes. Am 1. Januar 1913 wurde er zum Bezirksoberlehrer für den Fortbildungsbezirk Memmingen, am 1. Januar 1920 zum nebenamtlichen Bezirksschulrat des Bezirkes Memmingen-Land und am 1. Januar 1923 zum hauptamtlichen Bezirksschulrat für den Bezirk Memmingen-Stadt und das Bezirksamt Memmingen berufen, mit dem Amtssitze in Memmingen. - von seinen 3 Söhnen fielen 2 im 1. Weltkriege (1917); der erste ruht in Boos, der zweite in Flandern. Der 3. Sohn absolvierte die Handelshochschule in Nürnberg als Diplomkaufmann und stand im 2. Weltkriege als Soldat in Italien.


 

Mit Erreichung der Altersgrenze trat Hertel am 1. November 1932 in den Ruhestand, den er in Memmingen verlebt. Seine letzte Ruhestätte wird er neben seiner 1938 verstorbenen Ehefrau und neben seinem Sohne finden.

Quelle: Das Schulwesen - Schulgeschichts-Beiträge für Boos, gesammelt von Karl Grünbauer, Memmingen, (o. Jahresangabe),

 Das Foto wurde sicher im Jahre 1897 aufgenommen.
Ganz rechts der Lehrer Domikus Hertel, oben Mitte der Booser Pfarrer (von 1887 bis 1898) Franz-Xaver Hötzel, * 10.11.1839, + 12.12.1898, ganz links der Kaplan (und Katechet) Franz Xaver Eggenberger von Anhofen.

 

 

 

Bild 1905-06_Ober- und Mittelstufe_58: Sehr wahrscheinlich das genannte Schuljahr, könnte aber auch ein Jahr später sein. Hertel wieder ganz rechts, oben mitte der Booser Pfarrer (von 1899 bis 1934) Richard Brinz, Kgl. geistl. Rat und Dekan, Klassenlehrerin vermutlich Frau Maria Haberl.

 

 

 


 

 

 

 

Dieses Bild stammt ebenfalls aus den Jahren 1905/06 und zeigt die Unterstufenschüler (heute: Grundschüler)

 

 

 

 

 

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Bilder und Texte wurden uns freundlicherweise von Herrn Herbert Schlatterer zur Verfügung gestellt.

Gemeinde Boos nennt Schule nach dem Ehrenbürger Dominikus Hertel

Mehr als ein Vierteljahrhundert im Dienste der Allgemeinheit

BOOS (ep). Der Gemeinderat Boos hatte an die Regierung von Schwaben den Antrag gerichtet, die Volksschule Boos nach ihrem Ehrenbürger, Schulrat a.D. Dominikus Hertel, benennen zu dürfen. Nach Anhörung des Schulverbandes, des Elternbeirates und des Gemeinderates wurde nun der Volksschule Boos mit Wirkung vom 1. August 1975 der Name "Dominikus-Hertel-Volksschule" verliehen.

Dominikus Hertel wurde 1867 in Dattenhausen bei Dillingen geboren. Nach Absolvierung des Lehrerseminars im Jahre 1887 und nach der 1891 abgelegten Anstellungsprüfung war er zunächst als Hilfslehrer in Pleß und ab 1893 als definitiver Lehrer in Reinhardshausen bei Augsburg tätig. Am 1. November 1896 wurde er nach Boos versetzt, wo er die Schule leitete. Hier entfaltete Hertel eine sehr reiche und vielseitige Tätigkeit. Er war Lehrer mit voller Hingabe, stellte sich als Chorleiter und Organist in den Dienst der Pfarrgemeinde, wirkte bis 1923 als nebenamtlicher Lehrer auch an der Molkereischule und stellte seine Fähigkeiten darüberhinaus in den Dienst der Gemeinde. In Würdigung seines Engagements verlieh ihm die Gemeinde Boos unter seinem damaligen Bürgermeister Göppel zum Weihnachtsfest 1921 aus Anlaß seiner 25jährigen Tätigkeit in der Gemeinde das Ehrenbürgerrecht.

An seine Fähigkeiten als Lehrer wurde man auch an übergeordeten Stellen aufmerksam. Hertel galt als vorzüglicher Methodiker. So war es keine Wunder, wenn er am 1. Januar 1913 zum Bezirksoberlehrer (heute Seminarleiter) ernannt und ih die Betreuung und Weiterbildung der Schulamtsbewerber des Bezirks Memmingen anvertraut wurde. 1919 wurde er außerdem als stellvertretender Bezirksschulinspektor berufen. Nach Abschaffung der damals geistlichen Schulaufsicht versah er ab 1920 neben seiner Lehrertätigkeit in Boos noch nebenamtlich das Amt des Bezirksschulrates im Bezirk Memmingen-Land. 1923 erfolgte schließlich seine Ernennung zum hauptamtlichen Schulrat für den Bezirk und die Stadt Memmingen. Dies machte seinen Abschied von Boos erforderlich, wo man ihn nur ungern scheiden ließ.

In verschiedenen Ehrenämtern bewährte sich Hertel. So war er von 1912 bis 1919 Vorstand des Bezirkslehrervereins Memmingen. Die Lehrerorganisten hatten in ihm ihren Kreisobmann. Seinen Ruhestand verbrachte Hertel in Memmingen, zuletzt in einem Altersheim. 1956 starb er und fand seine Ruhestätte auf dem Friedhof der Gemeinde Boos, in der er mehr als ein Vierteljahrhundert segensreich gearbeitet hatte.

 

Quelle: Memminger Zeitung vom 25. August 1975, Autor: Eduard Probst (ep)

Wie danken Herrn Schlatterer für die freundliche Überlassung dieses Zeitungsartikels.