Gemeinde Boos nennt Schule nach dem Ehrenbürger Dominikus Hertel

Mehr als ein Vierteljahrhundert im Dienste der Allgemeinheit

BOOS (ep). Der Gemeinderat Boos hatte an die Regierung von Schwaben den Antrag gerichtet, die Volksschule Boos nach ihrem Ehrenbürger, Schulrat a.D. Dominikus Hertel, benennen zu dürfen. Nach Anhörung des Schulverbandes, des Elternbeirates und des Gemeinderates wurde nun der Volksschule Boos mit Wirkung vom 1. August 1975 der Name "Dominikus-Hertel-Volksschule" verliehen.

Dominikus Hertel wurde 1867 in Dattenhausen bei Dillingen geboren. Nach Absolvierung des Lehrerseminars im Jahre 1887 und nach der 1891 abgelegten Anstellungsprüfung war er zunächst als Hilfslehrer in Pleß und ab 1893 als definitiver Lehrer in Reinhardshausen bei Augsburg tätig. Am 1. November 1896 wurde er nach Boos versetzt, wo er die Schule leitete. Hier entfaltete Hertel eine sehr reiche und vielseitige Tätigkeit. Er war Lehrer mit voller Hingabe, stellte sich als Chorleiter und Organist in den Dienst der Pfarrgemeinde, wirkte bis 1923 als nebenamtlicher Lehrer auch an der Molkereischule und stellte seine Fähigkeiten darüberhinaus in den Dienst der Gemeinde. In Würdigung seines Engagements verlieh ihm die Gemeinde Boos unter seinem damaligen Bürgermeister Göppel zum Weihnachtsfest 1921 aus Anlaß seiner 25jährigen Tätigkeit in der Gemeinde das Ehrenbürgerrecht.

An seine Fähigkeiten als Lehrer wurde man auch an übergeordeten Stellen aufmerksam. Hertel galt als vorzüglicher Methodiker. So war es keine Wunder, wenn er am 1. Januar 1913 zum Bezirksoberlehrer (heute Seminarleiter) ernannt und ih die Betreuung und Weiterbildung der Schulamtsbewerber des Bezirks Memmingen anvertraut wurde. 1919 wurde er außerdem als stellvertretender Bezirksschulinspektor berufen. Nach Abschaffung der damals geistlichen Schulaufsicht versah er ab 1920 neben seiner Lehrertätigkeit in Boos noch nebenamtlich das Amt des Bezirksschulrates im Bezirk Memmingen-Land. 1923 erfolgte schließlich seine Ernennung zum hauptamtlichen Schulrat für den Bezirk und die Stadt Memmingen. Dies machte seinen Abschied von Boos erforderlich, wo man ihn nur ungern scheiden ließ.

In verschiedenen Ehrenämtern bewährte sich Hertel. So war er von 1912 bis 1919 Vorstand des Bezirkslehrervereins Memmingen. Die Lehrerorganisten hatten in ihm ihren Kreisobmann. Seinen Ruhestand verbrachte Hertel in Memmingen, zuletzt in einem Altersheim. 1956 starb er und fand seine Ruhestätte auf dem Friedhof der Gemeinde Boos, in der er mehr als ein Vierteljahrhundert segensreich gearbeitet hatte.

 

Quelle: Memminger Zeitung vom 25. August 1975, Autor: Eduard Probst (ep)

Wie danken Herrn Schlatterer für die freundliche Überlassung dieses Zeitungsartikels.