Die 7 Wahrzeichen von Memmingen

 

 Seit Jahrhunderten schon werden sieben Wahrzeichen mit der Stadt verbunden: die blaue Saul, die heilige Hildegard, der grüne Teufel, das Siebendächerhaus, die Wasserkunst, der Basilisk und der Gaul in der Wiege. Wer früher als Handwerker etwas gelten wollte, musste nicht nur die sieben Wahrzeichen kennen, sondern auch die Geschichten, die dahinter steckten.

 

Ausgangspunkt war die Wasserkunst an der Steinbogenstraße. Bei der Weizenbrauerei führt eine hölzerne Konstruktion den Stadtbach über den Zellerbach. Bei Hochwasser konnte man den Stadtbach hier ableiten.

In der Hinteren Gerbergasse erfuhren wir von einem Ungeheuer, das früher die Stadt in Atem hielt, der sogenannte Basilisk. Der Gewölbestein des ehemaligen Schottenklosters ist heute im Städtischen Museum ausgestellt. Er zeigt ein Gebilde, das halb Drache, halb Hahn ist. Angeblich hat dieses Ungeheuer in einem Keller in der Gerbergasse gehaust und junge Mädchen gefressen.

Das Siebendächerhaus am Gerberplatz war die nächste Station. Das Haus mit den sieben Dächern diente früher den Gerbern zum Trocknen ihrer Felle. Es war Genossenschaftseigentum.

Der Gaul in der Wiege begegnete uns in der Kalchstraße: Es handelt sich dabei um die Stadtsage von einer scheintoten Frau, die bei ihrem Mann nachts am Tor klopfte. Der wollte nicht glauben, dass seine Frau noch am Leben sei und meinte: "Eher liegt der Gaul in der Wiege, als dass du mein Weib bist. Und tatsächlich... in der Wiege lag ein Fohlen. Über dem Eingang eines Hauses in der Kalchstraße ist ein Bild davon angebracht.

Am Marktplatz lernten wir die Geschichte über die Blaue Saul kennen: An der Ecke des Marktplatzes Richtung Martinskirche ist eine blaue Säule an einem Haus zu sehen. Ihre Farbe verdankt sie angeblich einem betrunkenen Ratsherrn.

Die heilige Hildegard ist eigentlich gar keine Heilige und auch keine Frau: Unter der Uhr des Martins­turms befindet sich ein Gemälde des Memminger Malers Bernhard Strigel aus dem Jahre 1500. Es stellt den jugendlichen Kaiser Konradin dar. In ihrer Frömmigkeit glaubten die Bürger der Stadt, es wäre die heilige Hildegard.

Viel Fantasie war gefragt beim letzten Wahrzeichen, dem grünen Teufel, einem Gemälde in der Martinskirche, das das Jüngste Gericht darstellt. Leider gibt es davon nicht mehr viel zu sehen. Ein ganz ähnliches Bild ist aber in der Kirche von Holzgünz zu sehen: Der rote Teufel.

Wer sich also für den grünen (oder roten) Teufel interessiert, der schwinge sich aufs Radl und besuche die schöne Pfarrkirche in Holzgünz.

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