Brot-Zeit im Archäologischen Park Cambodunum in Kempten

Am 28. September 2016 besuchte die Klasse 4b den Archäologischen Park Cambodunum in Kempten.
Am Backhaus erwartete uns unser Führer, Herr Seidel. Zuerst erfuhren wir, welche Getreidesorten es bei den Römern gab: z.B. Weizen, Roggen, Emmer, Dinkel und Gerste. Danach zeigte er uns, wie die Römer die Getreidekörner gemahlen haben. Mit einem Holzstößel wurden die Körner im Mörser grob geschlagen. Es gab auch flache Steinschalen, in denen das Korn mit einem großen Kieselstein zerrieben wurde. Mit einer einfachen Steinmühle durften wir selbst Mehl mahlen. Das sieht einfach aus, ist aber doch sehr anstrengend und dauert ganz schön lange.
Die Bäckerin hatte inzwischen den Steinbackofen mit Holzscheiten angefeuert und die Teigstücke vorbereitet. Wir formten und verzierten unsere Semmelstücke und schoben sie, als die Backfläche im Ofen gesäubert war in die Hitze.
Jetzt machten wir uns zu einem Rundgang durch die römische Stadt Cambodunum auf. Wir gingen zum „shoppen“ auf dem großen Marktplatz. Hier wurden Waren angeboten, die die Römer gerne hatten, aber den Germanen waren sie oft fremd: Trauben, Melonen, Käse und Wein. Eine Spezialität waren gefüllte Singvögel. Das hört sich ziemlich grässlich an …
In der großen Therme, dem Badehaus der Römer, entdeckten wir, wie fortschrittlich und komfortabel es in der römischen Siedlung war: Es gab sogar eine Fußbodenheizung und selbstverständlich war das Badewasser schön warm. Sogar eine Toilette mit 18 (!) Sitzen hat man bei den Ausgrabungen entdeckt. Wir durften probesitzen. Die Römer waren sehr reinlich: Das tägliche Bad im frischen, klaren Wasser war Pflicht für alle. So achteten sie auf Sauberkeit, denn Seife oder Duschgel gab es noch nicht.
In der Tempelanlage berichtete uns Herr Seidel von den Blutopfern, die die Römer ihren Göttern brachten. Sie opferten aber auch Früchte und Gemüse, um die Gottheiten gut zu stimmen.
In Cambodunum lebten um 100 n.Chr. etwa 3000 Menschen. Das war eine ziemlich große Anzahl für die damalige Zeit. Darunter waren allerdings 1000 Sklaven. Das heißt, dass je ein Sklave für zwei römische Soldaten oder Herren zu Diensten sein musste.
Am Ende gab es ein tolles Frühstücksbuffet mit vielen Lebensmitteln aus der Römerzeit. Am besten haben uns unsere selbst gebackenen Brote geschmeckt. Es war ein richtiger Genuss.

 

Bilder vom Besuch des APC